Alles rund um den Umweltbonus

Wer bekommt den Umweltbonus?

Der Umweltbonus wurde bereits im Jahr 2016 eingeführt. Damals gab es bis zu 4.000 Euro Zuschuss für den Kauf eines Steckerautos. Seit dem Start der Kaufprämie setzt sie sich jeweils zur Hälfte zusammen aus einem Bundesanteil und einem Herstelleranteil. Ende 2019 beschloss die Regierung, den Umweltbonus auf bis zu 6.000 Euro zu erhöhen und bis zum Jahr 2025 zu verlängern.

Durch die „Innovationsprämie“, eingeführt im Zuge des Corona-Konjunkturpakets, verdoppelt sich nun der staatliche Anteil, der Förderbetrag erhöht sich somit auf bis zu 9.000 Euro. Die maximale Kaufprämie gibt es allerdings nur für reine Elektroautos, deren Listenpreis unterhalb von 40.000 Euro liegt. Zu beachten ist jedoch, dass der Antrag auf den Umweltbonus nur dann gestellt werden kann, wenn der Kauf nicht zugleich durch andere öffentliche Mittel gefördert wird.

Die genaue Höhe der Förderung ergibt sich nach dem Netto-Listenpreis des Basismodells, der bis zu 65.000 Euro betragen darf, und der Art des Antriebs. Für reine Elektro- sowie Brennstoffzellenautos gibt es mehr Zuschuss als für Plug-in-Hybride. Aufschläge für Sonderausstattungen beeinflussen die Höhe der Kaufprämie nicht.

Die neuen Fördersätze können rückwirkend beantragt werden für Fahrzeuge, die nach dem 3. Juni 2020 zugelassen wurden.

Unter gewissen Umständen ist sogar die Förderung eines jungen gebrauchten Elektroautos möglich — wenn das Elektroauto maximal vor zwölf Monaten und nach 4. November 2019 erstmals zugelassen wurde, weniger als 15.000 Kilometer auf dem Tacho und noch keinen Umweltbonus bzw. keine staatliche Förderung in einem anderen EU-Land erhalten hat. Auch für junge gebrauchte Fahrzeuge mit Zweitzulassung nach dem 03. Juni 2020 gilt die erhöhte Förderung.

Für den Umweltbonus antragsberechtigt sind Privatpersonen, Unternehmen, Unternehmen mit kommunaler Beteiligung, Stiftungen, Körperschaften und Vereine.

Nicht antragsberechtigt sind der Bund und die Bundesländer sowie deren Einrichtungen und Kommunen, alle öffentlichen Einrichtungen des Staates, die den Begriff des öffentlich-rechtlichen Auftraggebers nach § 99 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) erfüllen, Automobilhersteller, die sich an der Finanzierung des Umweltbonus beteiligen sowie Antragsteller, über deren Vermögen ein Insolvenzverfahren beantragt oder eröffnet worden ist.

Antrieb Listenpreis netto Umweltbonus netto bis 12/2021 Umweltbonus netto ab 01/2022
Batterie / Brennstoffzelle Bis 40.000 Euro 9.000 Euro 6.000 Euro
Batterie / Brennstoffzelle 40.000 – 65.000 Euro 7.500 Euro 5.000 Euro
Plug-in-Hybrid Bis 40.000 Euro 6.750 Euro 4.500 Euro
Plug-in-Hybrid 40.000 – 65.000 Euro 5.625 Euro 3.750 Euro

 

 

Wie beantragt man den Umweltbonus?

Käufer eines Elektroautos erhalten den Herstelleranteil von bis zu 3.000 Euro meist automatisch, er wird direkt mit dem Kaufpreis oder als Leasing-Sonderzahlung verrechnet.

Die bis zu 6.000 Euro vom Staat gibt es erst nachträglich auf Antrag. Das Fahrzeug muss vor Antragstellung erworben und zugelassen sein.

Für den Umweltbonus zuständig ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA. Der Antrag muss elektronisch über ein Online-Formular gestellt werden, über das auch bequem alle erforderlichen Unterlagen eingereicht werden können.

Seit September 2020 gibt es zudem ein neues Sammelantragsverfahren sowie einen automatischen Datenaustausch zwischen dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) und dem BAFA. Dies soll bei der schnelleren Abwicklung des Förderprozesses helfen. Laut BAFA kann die Innovationsprämie ab sofort für bis zu 500 modellgleiche Fahrzeuge auf einen Schlag beantragt und die Daten automatisch per Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) abgerufen werden.

Unterlagen bei Kauf:

  • Rechnung
  • Zulassungsbescheinigung Teil II (entfällt bei Anträgen ab dem 01.09.2020)
  • Erklärung der wahrheitsgemäßen Angaben
  • Bei Gebrauchtwagen: Nachweispaket sowie Nachweis über den Listenpreis des Neufahrzeugs

Unterlagen bei Leasing:

  • Leasingvertrag
  • Verbindliche Bestellung
  • Kalkulation der Leasingrate
  • Zulassungsbescheinigung Teil II (entfällt bei Anträgen ab dem 01.09.2020)
  • Abtretungserklärung (nur bei gewerblichem Leasing)
  • Erklärung der wahrheitsgemäßen Angaben

Zusätzlich zum Umweltbonus ist auch ein im Fahrzeug verbautes akustisches Warnsystem (AVAS) förderfähig, welches in vielen Elektroautos bereits integriert ist und laut EU-Gesetz ab 1. Juli 2021 in sämtlichen neu zugelassenen Elektrofahrzeugen enthalten sein muss. Um die dafür pauschal 100 Euro Förderung des BAFA zu erhalten, muss das AVAS-System zum Zeitpunkt des Kaufs serienmäßig im Auto enthalten sein. Es kann aber auch durch eine autorisierte Werkstatt nachträglich eingebaut worden sein.